Schüleraustausch

3 Wochen in Thailand

Nach gut 3 Wochen in Thailand will ich nun meinen ersten Bericht veröffentlichen.
Eigentlich sollte dieser schon viel früher erscheinen, aber ich hatte hier für einige Zeit kein Internet und so keine Möglichkeit dazu.
Nun gibt es hier zu Hause zum Glück Internet, leider ist es ein sehr langsames Modem. Maximal kann ich Texte hochladen, vorerst leider keine Bilder.
Erstmal will ich kurz auf meine derzeitige Lage hier in Bangkok eingehen. Mir geht es hier sehr gut, alle Menschen um mich herum sind freundlich und aufgeschlossen. Mittlerweile habe ich mich gut eingelebt und die großen Unterschiede, wie Zeitverschiebung und die Klimaverhältnisse, überwunden.
In Bangkok lebe ich in einem Vorort, ThawiWhattana, mit 3 Brüdern und meinen Eltern zusammen.
Das Zimmer teile ich mit Tong (s.nä.Absatz). In ca. 2 Wochen wird hier für mich die Schule losgehen, im Moment sind Semesterferien.
In meinen Berichten werde ich den thail. Ausdruck für meine Eltern PhooMae verwenden. Mae (Mutter), Phoo (Vater), mein ältester Bruder ist 15 und heißt Tanakrit – Kurzform Don-, Tanatip ist ebenfalls 15 – Kurzform Tip oder Tham – und der jüngste ist mit 12 Jahren Tanatorn – Kurzform Tong.

Seit meinem letzten Bericht auf NamNoi.de ist viel Zeit vergangen und sehr viel geschehen. Ich will 3 Tage vor Abreise aus Deutschland zu berichten beginnen. 3 Tage vor meinem Abflug war ich mitten in den letzten Vorbereitungen und alle waren ziemlich angespannt.
Wir (meine Mutter und ich) haben über Wochen schon Sachen zusammengesucht, die ich in Thailand brauchen könnte. Da ich nur 20kg Gepäck mitnehmen durfte, wurde dies zudem erschwert. Wir haben sehr wenig Klamotten, viele Gastgeschenke, Ausweise und
Papiere und Bilder und persönliche Sachen etc. eingepackt. 2 Tage vor Abreise hat mich dann eine E-mail von RTL Köln erreicht, in der ich gefragt wurde, ob ich bereit wäre, mich von einem Kamerateam von RTL in Thailand und auch schon bei Abreise in Deutschland begleiten zu lassen.
Nachdem meine Fragen geklärt waren und nach einigem Telefon- und E-Mailverkehr haben meine Eltern und ich zugestimmt. Nun fragt sich bestimmt der ein oder andere, warum RTL gerade mich anschreibt.
Namnoi.de ist schon seit einigen Monaten online und bei vielen Suchmaschinen wie Google und Msn beim Thema Schüleraustausch ganz vorne dabei. RTL hat mir gesagt, dass sie eine Reportage über Schüleraustausch in aller Welt machen wollen und durch eine Suchmaschine auf eine meiner Webseiten gestoßen sind.
Einen Tag vor Abflug ist dann ein 2 köpfiges RTL-Team (Reporter und Kameramann) zu uns nach Hause gekommen, über 5 Stunden! Meine ganze Familie gab Interviews, es wurden mein Zimmer, die ländliche Umgebung und gestellte Szenen gedreht etc.
Nachdem Sie genug Material von zu hause hatten, sind wir zusammen in meine Schule gefahren und ich habe mich vor der Kamera von all meinen Freunden und Klassenkameraden verabschiedet. Meine Klassenlehrerin und der Rektor haben Interviews gegeben.

Am 5. April war es dann so weit, mein Flug nach Thailand war nur noch wenige Stunden entfernt. Ich habe meinen Koffer und das Handgepäck ins Auto geschleppt und wir sind dann zusammen (meine Mutter, Schwester, Oma und Namwan ) zum Flughafen Friedrichshafen gefahren. Dort hat uns dann schon wieder das Reporterteam von RTL gefilmt.
Was mich sehr gefreut hat war, dass Eddie und Annette (Onkel, Tante) noch gekommen sind, um sich zu verabschieden. Ich habe mich von allen verabschiedet, die Kamera hat alles gefilmt, was mich persönlich sehr stark gestört hat. Nur 1 Stunde flog ich nach Frankfurt. Dort musste ich 5 Stunden auf den Anschlussflug warten.
Die anderen Austauschschüler sind alle mit dem Auto angereist und so trafen wir uns nach meiner 4 stündigen Wartezeit.

Dann ging es endlich los! Alle stiegen ins Flugzeug ein – ich hatte sogar einen Fensterplatz.
Viele hatten mit den Tränen zu kämpfen, da sie sich erst hier die Briefe von Freunden und Familie angeschaut hatten. Ich habe an gar nichts mehr gedacht, mich nur noch gefreut, dass es los geht.
Nach gut 10 Stunden Flugzeit, 2 schlechten “Mahlzeiten-, Filmen und Nickerchen bin ich endlich in BANGKOK angekommen!

Am Airport wurden wir von einer Advisorin von AFS empfangen und zur ‘ThailandElite‘ geführt, dort habe ich mein Jahresvisum bekommen. Als wir unser Gepäck hatten und wir durch alle Kontrollen waren, habe ich das thailändische RTL-TV-Team getroffen und die haben gleich losgelegt zu filmen. Ich bin mit meinem Trolley durch den international und domestic Airport gelaufen, aus dem Airport raus.
Am Ausgang gab es eine Hitzewand! An diesem Tag hatte es in Bangkok 39 °C, im Airport war es dagegen angenehm kühl.
Hoffe, man kann sich das vorstellen! Wir haben dann dort in dieser Hitze 5 Min.. lang auf einen Bus gewartet, der uns alle ins Hotel bringen sollte.
In der Zeit habe ich schon wieder ein Interview gegeben. Als der Bus endlich da war, sind wir alle (auch das Reporterteam, das mich fast die ganze Zeit gefilmt hat) eingestiegen und in unsere Bleibe für die nächsten 3 Tage gefahren. Rama Garden war das Ziel, ein schönes Resort inmitten von Bangkok. Dort habe ich mein AFS- Einführungscamp verbracht.

Am 1. Tag ging es ruhig zu, da noch Austauschschüler aus Australien, Costa Rica und Brasilien gefehlt haben. Wir haben machen können was wir wollten, also sind fast alle in den großen Pool.

Am 2. Tag war viel Programm angesagt. Wir haben kleine Einführungen in die Thai Sprache bekommen und viel über Geld, Religion, Kultur etc. geredet.

Am 3. Tag hat jeder eine “Rede- in Thai vorbereiten müssen, die man am Abend vor allen Advisorn und AFS- Mitarbeitern vorgetragen hat. Danach hatten wir unsere Talentshow, bei der jeder etwas gemacht hat, das er gut kann oder eben etwas witziges. Den ganzen Abend hat man getanzt, gelacht und natürlich gegessen.

Am nächsten Tag, Sonntag, um 9:30 Uhr ist meine Gastfamilie gekommen um mich im Hotel abzuholen, leider nur Mae und Don, da der Rest der Familie anderweitig beschäftigt war. Nach nur 30 Min. Fahrzeit waren wir schon daheim. Andere, die z.B. nach Chiang Mai gefahren sind, mussten den ganzen Tag warten und die Nacht über fahren.

Meine Familie lebt, wie schon gesagt, in einem Vorort von Bangkok. Man kommt jedoch recht schnell nach Bangkok, wenn nicht gerade rushhour ist. In dieser Gemeinschaft sind 150 Häuser, alle von einem hohen Zaun umgeben. Es gibt nur einen Eingang, an diesem stehen rund um die Uhr Wachen, die kontrollieren, wer rein und wer raus fährt.
In dem “Dorf- selber gibt es Pools, Teiche mit Fischen, Rasen, Blumen… alles sehr schön angelegt und sicher bewacht. In unserem Haus gibt es westliche Toiletten, Dusche, Fernseher, Air-condition.. Mit der Hitze und Luftfeuchtigkeit komme ich sehr gut zurecht, eigentlich mag ich es, ab und zu mal so richtig zu schwitzen und es ist eine willkommene Abwechslung zu Deutschland.
Als ich weggeflogen bin, hatte es 0 Grad und es hat geschneit!!!

Mein Thai Name ist Tanakim Mungmee, oder in der Kurzform einfach Dae. (Für Ältere N’Dae, für jüngere P’Dae. Das ist eigentlich Insiderwissen und nur von Bedeutung wenn man hier lebt… ) In den ersten Tagen gab es hier immer viel zu tun. Es wurde eine Party gegeben, da mich so viele Leute kennenlernen wollten.
Und mir wurden viele Dinge gezeigt und erklärt. Als Farang (Ausländer) kann man in Thailand sehr viele Sachen falsch machen, aber mittlerweile lebe ich seit gut 3 Wochen und mir wurde alles sehr gut erklärt!
Mein gelerntes Thai konnte ich auch schon anwenden und mein Wortschatz wird jeden Tag größer. Für kleinere Konversationen reicht es, danach fehlen noch die Worte. Aber ich bin am Thai lernen, sofern Zeit da ist. Über meine Gastgeschenke haben sich alle gefreut. Die Spiele, die ich aus Deutschland mitgebracht habe, werden fast jeden Abend gespielt. “Mensch-ärgere-dich-nicht” hat sich zum Favoriten entwickelt. Auch habe ich Sachen wie selbstgebastelte Bumerangs und Scoobidoobänder mitgebracht, die am Anfang sehr gut das Eis gebrochen haben.
Vor ein paar Tagen habe ich zum ersten Mal Kässpätzle gekocht. Leider gibt es im Haus keinen Ofen, vielleicht backe ich aber doch noch Brezeln, Pizza und weiteres!

Seitdem ich angekommen bin habe ich schon sehr viel von Bangkok gesehen. Auch war ich schon in Cha-am, HuaHin und in Nakhon Phatom, Sakhon und Samut Songkran, was ca. 100km von hier entfernt ist.

In dieser Weltmetropole Bangkokkann man so viel machen! Hier leben mehr als 12 Millionen Menschen; in Ingenhardt, meinem zuhause in Deutschland, gibt es gerade mal 12 Häuser. In der nächsten großen Stadt von Ingenhardt entfernt, leben 50.000 Menschen.
Wenn man hier mit dem Auto, Taxi, Bus.. fährt sieht man bis zum Horizont nur Häuser, Highways etc.
In vielen Tempeln bin ich auch schon gewesen. Wir gehen zur Zeit jeden 2./3. Tag in einen Tempel, da Don für einen Monat im Tempel lebt. Mein kleinster Bruder Tong war, als ich ankam, für eine Woche Mönch.
Ich hatte das große Glück vor 2 Tagen die Mönchzeremonie von Don miterleben zu können. Das war fantastsisch!
Mich hat der Abt des Tempels gefragt, ob ich das gerne machen würde und ich habe zugesagt. Leider kann man das von AFS aus erst am Ende des Schuljahres machen. In ein paar Monaten will ich einen Bericht über Tempel und Buddhismus veröffentlichen, also wenn ich mehr darüber gelernt habe.

Es gab für mich schon sehr viele Eindrücke, die muss ich aber erstmal verarbeiten und die Bedeutungen lernen. In der Schule hier werde ich die Möglichkeit haben, etwas über Buddhismus zu lernen, auch Dinge wie Schwert- und Thaitanz, Früchteschnitzen, Kochen… Ein paar Tagen nach meiner Ankunft war auch schon Songkran Zeit (thailändisches Neujahrsfest). Wir haben an diesen 3 Tagen Songkran soviel gemacht und soooo viel Spaß gehabt.
Zuerst, am 13. April, sind wir ein paar Stunden nach Samut Songkram gefahren um dort Songkran zu feiern und den Eltern meiner Gasteltern Respekt zu erweisen. Ich habe dort aktiv an der Songkran Zeremonie teilnehmen dürfen, was mich sehr gefreut hat! So eine Chance gibt es nur einmal im Leben! Am 14. April bin ich zusammen mit Tip und ein paar Anderen in die Khaosan Road gefahren. Dem besten Ort in ganz Thailand, um Songkran zu feiern – wurde mir gesagt!
Dort hat mich wieder das Reporterteam von RTL begleitet, nur 30min. da der Kameramann andauernd naßgespritzt wurde und das Objektiv mit Puder vollgerieben wurde 3 Wochen in Thailand in Thailand   icon razz   Thailand Schüleraustausch Wir sind dort in der Khaosan Road den ganzen Tag geblieben und haben am Abend am Sanamluang vor dem Wat Phagäo eine große Songkranshow gesehen.

    Hier ein Auszug aus meinem Tagebuch in der Songkran Zeit:

“…….Am 14.04.06 kam Christina und ein Kameramann von RTL schon um 8 Uhr morgens und haben das Haus, mein Zimmer etc. gefilmt. Interviews gegeben. Um 9:30 Uhr sind die mit uns zu der Mutter von Phoo gefahren und haben dort die Songkranzeremonie gefilmt………
Am 15.04. bin ich von frühmorgens bis um 3 Uhr mit PhooMae und Tong wieder zum Tempel gegangen, in dem Tanakrit (Don) seit 14.04. lebt, für 1 Monat.
Gegen 3 Uhr haben wir einen Pickup mit Tonnen und Eiswasser gefüllt und sind in die Uttayan Road, Thai Aksan, gefahren und von dort aus weiter durch die Staßen. Wir haben das bis spät abends gemacht, weil einfach soviel los war und man nicht vorwärts kam.
Songkran hat mir sehr viel Spaß gemacht! Einerseits ging es ruhig und gelassen zu – z.B. Bei den Großeltern, wie wir diese “gewaschen- haben und Blumenwasser über die Hände gegossen haben etc. und andererseits war es laut, nass und kalt. Aber immer mit sehr vielen neuen Erfahrungen verbunden!
Als Farang Teenager macht das Ganze mit Sicherheit am meisten Spaß, weil man von fast jedem auf der Staße gesehen wird, mit Puder eingerieben und naßgespritzt wird, wie kein Anderer. Ich habe auch ein paar andere Farangs gesehen, alle zwischen 50 und 60 und mit denen wurde bei weitem nicht soviel gemacht, gefeiert. Ich habe 100te Male Hände geschüttelt “shake hands farang!” und viele Fragen wie “What’s your name?-, “Where are you from?-,-Do you like Thailand?-,-What’s your mobile number?-.. beantwortet. Die Thais, besonders die Girls, haben anscheinend riesen Spaß daran, mit Farangs zu reden.
Ist auch verständlich, da bei weitem nicht jeder Englisch spricht und das ein Erfolgserlebnis ist. So geht es mir hier ja auch, wenn ich mein Thai anwenden kann und ich verstanden werde, da freue ich mich auch! Mich haben bestimmt 1000 Menschen in den 3 Tagen angefasst oder bemalt.
Das ist echt der Wahnsinn! Auch wurde mir ein paar Mal “I Love you Farang- oder ähnliches zugerufen. Auch “This is a book- oder einfach nur “He you!- , manchmal reicht es einem Thai auch schon, wenn ich einfach nur hinschaue und lache 3 Wochen in Thailand in Thailand   icon razz   Thailand Schüleraustausch Als wir dann daheim waren, habe ich erstmal heiß geduscht.
Das Eiswasser wurde gegen Abend immer kälter auf der Haut……….-



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