Als Lehrkraft in Thailand
Eine Gruppe von Menschen, die mir während des Integrierungsprozess in Thailand immer wieder Tipps und Ratschläge gaben, steht jetzt im Kreuzfeuer der Medien: Ausländische Lehrer in Thailand.
Nachdem sich herausstellte, dass mehrere Kinderschänder als Lehrer in Thailand arbeiteten, kam mir die Frage, warum es gerade dieser Beruf immer wieder im Zusammenhang mit diesem “Schwarzen Kapitel” auftaucht?
Meiner Ansicht nach gibt es hierfür 3 wesentliche Gründe.
Erstens werden Lehrkräfte in Thailand allgemein sehr hochgeschätzt und geehrt. Wer meine Postings über die thailändische Schule oder den “Wan Kru” gelesen hat, kann sich sicher ein Bild hiervon machen.
Lehrkräfte vermitteln den Kindern Wissen, und damit Zukunftsperspektiven. Nicht jedes Kind hat die Möglichkeit zur Schule zu gehen oder seinen Abschluss zu machen und da sind Ausländer, die bereit sind Englisch oder dergleichen zu unterrichten, sehr willkommen. Auch ich habe Schülern vom Kindergarten bis in die High-School Englisch beigebracht und gesehen, wie dankbar die Menschen mir dafür waren.
Deshalb kann fast jeder Amerikaner oder Europäer, der der englischen Sprache mächtig ist, an einer thailändischen Schule anfangen, zu unterrichten. In Bangkok mag dies heutzutage kein Problem mehr sein, eine geeignete Lehrkraft zu finden, doch im Isaan zum Beispiel sieht es ganz anders aus.
In den Schulen dort wird den Kindern beigebracht, wie man Reis und Bäume pflanzt, wie man Körbe aus Bast flechtet und dergleichen. Doch Englisch steht nur bei den wenigstens auf dem Stundenplan. Viele Farangs, die vor haben länger in Thailand zu bleiben, reizt der Isaan mehr als Meer, Strand und Palmen. Auf dem Land wird händeringend nach willigen Farangs gesucht.
Zweitens gibt es noch relativ wenig Kontrollen über Vorgeschichte und Umfeld der jeweiligen Lehrkraft. Als Thai braucht man freilich eine Ausbildung, doch ist deren Englisch oftmals nicht perfekt – hier kommen wieder die Vorzüge von englischsprachigen Ausländern ins Spiel. Je früher man mit dem Englischlernen anfängt, desto besser.
Deswegen sollte ich auch 3-5 Jährige(!) im Kindergarten unterrichten.
Englisch und Thailändisch sind sich in so vielen Punkten verschieden, dass selbst meine Freunde in der High-School Abschlussklasse nach 5 Jahren Englisch-Unterricht noch nicht fließend Englisch sprechen konnten.
Drittens der Aspekt des Visums.
Als eingeschriebene Lehrkraft ist es viel leichter ein Jahresvisum zu bekommen, Touristen tun sich hiermit oftmals schwer.
Die thailändische Regierung hat angekündigt, dass sie schärfere Kontrollen bei der Einstellung ausländischer Lehrer einführen wird.
Die in der Presse dargelegten Fälle sind schockierend, und bleiben hoffentlich Einzelfälle. Die Sprachkenntnisse, die Farangs heute vermitteln, sind Schülern von morgen bestimmt eine große Hilfe.












































