Schüleraustausch

Thai Spitznamen

Mein Thai-Spitzname DAE hat keine spezielle Bedeutung, er ist aber ein sehr beliebter Name.
Mein “offizieller” Thainame ist Tanakim. Mit Tana beginnen alle offiziellen Namen meiner Brüder, dies bedeutet auf Thai “Geld” – was wohl auch den Wunsch der Eltern wiederspiegelt, dass ihre Kinder wohlhabend werden. Angesprochen wurde ich aber mit Stefan oder Dae.

In Thailand ist es üblich, alle bei ihren Spitznamen anzureden.
Diese Spitznamen bleiben oft ein Leben lang erhalten und werden von Thais so verinnerlicht, dass sie, wenn sie diesen Namen über Jahre nicht mehr benötigten, oft nachdenken müssen, wenn sie nach ihrem offiziellen Namen gefragt werden. Die eigentlichen Namen werden nur auf behördlichen Papieren benutzt (Zeugnis, Pass, etc.).

Man erklärte mir den Hintergrund der Spitznamen damit, dass die Geister verwirrt werden sollen. Sie sollen die richtigen Namen nicht erfahren!

Die verwendeten Spitznamen, übersetzt aus dem Thai “Spielnamen” genannt, – beruhen oft auf dem Aeusseren wie gross, klein etc oder werden aus dem Tierreich genommen (Katze, Maus, Vogel), aus der Blumenwelt (Lotusblüte, .) oder spiegeln Eigenschaften und Augenscheinliches wieder.

So heißt eine Freundin von mir Namfon, das soviel bedeutet wie Regenwasser – es regnete häufig in der Zeit, als sie geboren wurde. Nur unter diesem Namen kennen sie ihre Freunde! Der offizielle Name wird als viel zu lang empfunden.

Familiennamen wurden in Thailand erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingeführt, bis dahin hatten die Thais nur Vornamen. 1919 wurde jeder Familie ein Nachname zugeteilt. Dieser Familienname wurde nur dieser Familie zugeteilt und keiner weiteren! So kann man heute bei Menschen mit gleichen Nachnamen davon ausgehen, dass sie miteinander verwandt sind.

Ein Himmel voller Drachen

Jedes Jahr, wenn der Südwestmonsun aufkommt, richten die Thais ihre Augen in den Himmel -
ihre Herzen enzünden sich vor lauter Vorfreude und Wetteifer – es ist ihre Zeit des “Drachen-steigen lassens”.

Drachensteigen ist die wohl populärste Sportart während dieser Zeit in Thailand. Starke Winde verwandeln den Sanam Luang, den Platz vor dem Königspalast, in eine luftig bunte Welt, sowohl am Boden wie auch in der Luft. Die breite Bevölkerungsschicht, wie auch Konkurrenten aus aller Welt wetteifern mit atemberaubenden Tricks. Dieses Jahr fand das alljährliche Drachen-Festival auf dem “Sanam Luang- Royal Field vom 1. März bis 2. April. statt.

Die Kunst besteht darin, die verschiedenen Arten von Drachen entsprechend den vorherrschenden Winden richtig einzusetzen! So zum Beispiel wird ein starrer Drachen bei starkem Wind; ein leichter, flexibler Drachen zieht seine Bahnen bereits bei einer leichten Brise.
Ein großes Equipement aus Schnüren, Stäben etc. ist notwendig – ebenso Ersatzdrachen. Viele Drachen brechen, entschweben für immer in den Himmel oder werden aber von der gegnerischen Seite mit geübter Hand “aus der Bahn geworfen”.

Diese Wettkampf-Atmosphäre ist ein einmaliger Anblick und total mitreißend.

Cheeze Magazin (thailändische “BRAVO”)

Herzen Bangkoks treffen westliche Ideale auf thailändischen Charme, von thailändischer Tradition ist hier aber nicht mehr viel zu finden.

In dieser Gegend gibt es Mega-Einkaufszentren, riesige Kinokomplexe, Unterwasser Aquarien und vieles mehr.
Im Siam Center befindet sich das Cheeze Studio, welches in Deutschland mit der Bravo vergleichbar ist.
Es erstreckt sich über 2 Etagen des Siam Centers und versetzt Besucher durch seine transparenten Wände und durch das extravagante Design in Erstaunen.

In diesem Fashion- und Casting-Studio werden ua. die “Thaistars- von morgen geboren.

So ein Shooting kann in der Hauptstadt als Sprungbrett in die Model-,TV- oder Karaokewelt dienen. Besonders gefragt sind Teens mit westlichem Vater und thailändischer Mutter! Durch die weißere Haut und den ansehnlichen Mix von West/Ost sind Shootings leichter zu bekommen.

Aber auch mein thailändischer Bruder und ich durften uns für dieses Magazin ablichten lassen. Dies habe ich meiner Gastmutter zu verdanken, die das Cheeze Magazin thailandweit vertreibt und mit dem Manager des Magazins befreundet ist.

Farangs (thailändisch für Westler) sind bei solchen Shootings immer gern gesehen, um die westliche Welt mit der thailändischen zu vergleichen und zu vereinen.

Da meine Gastmutter dieses Magazin exklusiv in Thailand vertreibt, wurden wir auf die jährliche Cheeze Sponsor Party eingeladen, wo wir mit den Stars auf Tuchfühlung gehen konnten.
Das junge, dynamische Team des Siam Center Studios hatte eine tolle Location ausgesucht und diese reichhaltig dekoriert.

So stand am Eingang ein alter VW Hippie-Bus, in dem es den ganzen Abend alkoholische Getränke gab.
Im Innern wurde extra eine Küche eingerichtet, um japanische/thailändische/italienische Köstlichkeiten von angehenden Köchen der Mahidol University zubereiten zu lassen.
Das Angebot reichte von Sushi über Pizza aus dem Steinofen bis hin zu Austern in der Schale!

Auch an hochrangigen und berühmten Gästen aus der TV- und Modewelt mangelte es nicht

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