Tempel Novize
Es gilt als sehr grosse Ehre für die Familie, wenn ein Sohn im Kloster lebt, ob als Tempeljunge, Novize oder Mönch.
Von jedem Thai wird erwartet, mindestens einmal in seinem Leben fuer einige Zeit im Tempel zu verbringen. Oft wird dies vor Hochzeiten getan oder an Kau-phansa, ein Feiertag, der die Regenzeit einlaeutet.
Zur Zeit lebt Don, mein 16 jähriger Gastbruder, für einen Monat im Tempel. Mein kleinster Bruder Tong war schon mit 12 Jahren für eine Woche Tempeljunge. In Thailand werden Tempeljungen Dek Wat genannt. Früher wurde durch ein Leben im Tempel den jüngeren Kindern eine Schulbildung ermöglicht. Sie dienten und lernten lesen und schreiben.
Bei Don habe ich die Aufnahme-Zeremonie miterleben können.
Im weißen/orangenem Gewand ging er mit uns um den Klostertempel, seinem vorübergehenden Zuhause. In seinen Händen hielt er eine Kerze, Räucherstäbchen und eine Lotusblume als Zeichen der Verbundenheit mit Buddha. Der Abt des Klosters hielt die Ordination in der heiligen buddhistischen Sprache “Pali- – nach dieser imponierenden Zeremonie wurde Don der Kopf kahl geschoren, auch die Augenbrauen mussten dran glauben und Geschenke wurden dem Kloster übergeben.
Heilige Bändchen – “Bai Si”
Mittlerweile habe ich schon viele dieser Bändchen aus Wolle- die meisten davon sind weiss und schon einige Monate alt. Diese sind, neben einer Armbanduhr, der einzigste “Schmuck-, der in der Schule getragen werden darf!
Diese Wollbändchen bekommt man, in den Wats (Tempeln) von den Mönchen, in einer kleinen Zeremonie an das Handgelenk geknotet. Dieses Tun nennt man im thailändischen “Bai Si”.
Die Schnur wird während der Rezitation des Paritta (den Schutz- oder Segensformeln im Buddhismus) durch die Hände der Mönche und wird danach zerschnitten. Das Bändchen darf nicht mehr abgemacht werden; es muss von selbst abgehen/abfallen.
Mir wurde erzählt, dass sich im Körper zwei Seelen befinden.
Der freien Seele (sie nannten sie Kwan) wird durch das Zusammenknoten des Wollbändchens am Handgelenk der Austritt aus dem Körper verhindert und sichert so weiterhin die Gesundheit, Erfolg und Wohlstand.
In den meisten Tempeln wird “Bai Si” zu bestimmten Feiertagen im Jahr abgehalten, dabei spielt es keine Rolle, ob man Thai oder Ausländer ist, Buddhist oder anderer Religion angehört. Die Mönche freuen sich immer, wenn man sich für ihre Religion interessiert!
Tigertempel
In Thailand gibt es einen, bei Touristen und Einheimischen sehr beliebten Tempel, in dem buddhistische Mönche mit Tigern zusammenleben, das Kloster Wat Pa Luangta Bua.
Dieses befindet sich ca. 200 Kilometer westlich von Bangkok in der Provinz Kanchanaburi. Das Kloster und dessen Tiger wurden von der Regierung zu einem offiziellen Tiger Schutzzentrum erhoben. Der Besucher kann die anscheinend zahmen Tiger streicheln und sich mit ihnen fotografieren lassen.
Die im Kloster lebenden Möchne treten den Tigern mit buddhistischer Gelassenheit entgegen.
Ihr Ziel ist es, den Wald und die darin heimischen Tiger zu schützen. Jedes Jahr kommen mehr Touristen, um sich den Tempel anzuschauen und die Bevölkerung unterstützt den Tempel wie sie nur kann.
Von Bangkok gibt es täglich Touren nach Kanchanaburi mir Aufenthalt im Tigertempel, es ist natürlich auch möglich mit dem Kananaburi Bus zu fahren oder ein Taxi zu nehmen.


